
Fast jede E-Liquid-Flasche trägt irgendwo auf dem Etikett ein Verhältnis, etwa 70VG 30PG, und fast niemand, der nicht schon tief im Thema Dampfen steckt, weiss, was das bedeutet oder wozu es dient. Es lohnt sich, das zu verstehen, denn es verändert das tatsächliche Erlebnis stärker als die meisten Aromabeschreibungen.
Was VG und PG wirklich sind
Pflanzliches Glycerin, kurz VG, ist eine dickflüssige, leicht süsse Flüssigkeit, die Aroma trägt und Dampf erzeugt. Propylenglykol, kurz PG, ist dünnflüssiger, trägt Aroma anders und erzeugt das schärfere Gefühl im hinteren Rachenbereich, das viele mit dem Gefühl des Rauchens verbinden. Jedes E-Liquid ist eine Mischung aus beiden, plus Aroma und Nikotin, und das Verhältnis zwischen beiden macht den grössten Teil der praktischen Unterschiede zwischen Liquids aus.
Was ein höherer VG-Anteil tatsächlich bewirkt
Ein Liquid mit höherem VG-Anteil, meist 70 Prozent oder mehr, erzeugt spürbar dickere, dichtere Dampfwolken, weshalb Nutzer:innen von Sub-Ohm-Tanks und wolkenfokussierten Setups fast immer High-VG-Liquid verwenden. Es schmeckt für sich genommen tendenziell etwas süsser und fühlt sich weicher an, mit weniger Hustenreiz, was manche bevorzugen und andere als fehlendes Element im Vergleich zum Rauchen empfinden.
Was ein höherer PG-Anteil tatsächlich bewirkt
Ein Liquid mit höherem PG-Anteil liefert einen schärferen Hustenreiz, näher an dem Gefühl, das viele Ex-Raucher:innen beim Umstieg gezielt suchen. Es erzeugt spürbar weniger Dampf, weshalb High-PG-Liquids häufiger in einfachen Pod-Systemen und Einweg-Vapes zum Einsatz kommen, wo eine grosse Wolke nicht wirklich der Punkt ist. PG trägt Aroma auch etwas anders, manche empfinden PG-lastige Liquids als etwas näher am tatsächlichen Aroma auf der Flasche.
Das Verhältnis zum eigenen Gerät passend wählen
Hier wird es praktisch relevant statt nur Hintergrundwissen. Einfache Pod-Systeme und Einweg-Vapes sind meist auf höheren PG-Anteil oder ausgewogene Verhältnisse ausgelegt, da sie für einen engeren Zug und geringere Dampfmenge gebaut sind. Sub-Ohm-Tanks und leistungsstärkere Geräte sind auf High-VG-Liquid ausgelegt, da sie dickeres Liquid und höhere Dampfproduktion verarbeiten können und davon profitieren. Ein High-VG-Liquid in einem auf höheres PG ausgelegten Gerät zu verwenden, kann dazu führen, dass der Docht nicht richtig nachzieht, und ein High-PG-Liquid in einem Sub-Ohm-Tank erzeugt meist einfach weniger Dampf, als das Gerät eigentlich könnte, ohne echten Vorteil in beide Richtungen.
Wenn du dir nicht sicher bist, was dir liegt
Bist du neu beim Dampfen und unsicher, was du eigentlich willst, ist ein ausgewogenes Verhältnis, etwa 50VG 50PG, ein vernünftiger Mittelweg, der etwas von beidem bietet, ohne stark in eine Richtung zu gehen. Merkst du dann, dass du einen stärkeren Hustenreiz willst und dir die Wolkengrösse nicht wichtig ist, orientiere dich Richtung höherem PG. Ist dir Wolkengrösse und ein weicheres Gefühl wichtiger, orientiere dich Richtung höherem VG.
Eine kleine Anmerkung zur Empfindlichkeit
Eine kleine Anzahl an Personen reagiert speziell auf PG leicht empfindlich, manchmal zeigt sich das als trockener Hals oder leichte Reizung, die bei High-VG-Liquids nicht auftritt. Hast du das Dampfen ausprobiert und irgendetwas fühlte sich seltsam scharf oder austrocknend an, unabhängig von der Nikotinstärke, lohnt es sich, ein High-VG-Liquid zu testen, bevor du annimmst, dass das Gerät selbst das Problem ist.
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